Der Computer-Experte beantwortet Fragen rund um das Thema Kinder und Neue Medien sowie Kindercomputer. Wenn auch Sie eine Frage zum Umgang von Kindern mit dem Computer haben, so nehmen Sie einfach Kontakt mit dem Computer-Experten auf – er gibt Ihnen gern Tipps und Infos.

Julia F. (32) fragt: Wozu eine Seite zum Thema Kinder und Computer? Verbringen die Kids nicht ohnehin schon zu viel Zeit vor der Kiste?

Der Computer-Experte: Kinder am PC – das ist ein Thema, mit dem sich heutzutage alle Eltern früher oder später auseinandersetzen müssen. Der Computer gehört heute einfach dazu, das wissen nicht nur Mütter und Väter, die dieses Medium selbst regelmäßig nutzen. Gleichzeitig steigt die Angst vor dem immer häufiger auftretenden Phänomen der Computersucht. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für einen eigenen (Kinder-)Computer gekommen? Wie finde ich ein passendes Gerät, das pädagogisch wertvolle Inhalte vermittelt? Wie setze ich meinem Kind bei Bedarf Grenzen? Wie schütze ich mein Kind vor der wachsenden Kriminalität im Onlinebereich? Mit diesen und ähnlichen Fragen sollten Eltern nicht allein gelassen werden, denn der Aufklärungsbedarf ist enorm.

Renate R. (67) fragt: Mein 5-jähriger Enkel wünscht sich einen Kindercomputer. Was genau versteht man unter dieser Bezeichnung?

Der Computer-Experte: Der Kindercomputer ist ein speziell für Kinder entwickeltes Gerät. Meist ist dieses wie ein Notebook gestaltet, allerdings wird auf eine kindgerechte Optik und Bedienung viel Wert gelegt. Große Tasten in verschiedenen Farben, ein kleiner aber gut erkennbarer Monitor und eine stabiles Gehäuse machen einen Laptop für Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter aus. Auf einem guten Kindercomputer laufen nahezu ausschließlich Lernprogramme und Spiele, die nicht nur Spaß machen, sondern auch Wissen vermitteln. Kinderseiten im Internet kann man damit in der Regel nicht besuchen.

Maja W. (35) fragt: Ab welchem Alter können Kinder einen Computer nutzen?

Der Computer-Experte: Das hängt ganz vom jeweiligen Entwicklungsstand und der individuellen Interessenlage ab. Während manche Kids schon mit zwei Jahren den Eltern den Platz vor dem Computer streitig machen möchten, fangen andere erst kurz vor Einschulung an, sich für PCs zu interessieren. Meist verhält es sich so, dass die Kids von ganz allein neugierig auf das geheimnisvolle Gerät werden, mit dem Bilder und Musik erzeugt werden können. Spätestens als Schulkind wird das Interesse ganz automatisch wachsen, da die junge Generation beispielsweise ihre Kontakte heute ganz selbstverständlich über soziale Netzwerke und Messenger pflegt.

Bettina T. und Marcel L. (28 und 33) fragen: Unsere Kids sind jetzt 6 und 7 Jahre alt. Wann ist der Zeitpunkt für den Umstieg vom Kindercomputer auf den richtigen Computer mit Internet gekommen?

Der Computer-Experte: Je nachdem, wie geübt das Kind am Kindercomputer ist, können die Eltern den Umstieg vom Kinder PC zum normalen Computer vollziehen. Je früher das Kind lernt, mir der Maus umzugehen und je früher es versteht, wie ein virtueller Arbeitsplatz aufgebaut ist und wie die wichtigsten Programme funktionieren, desto leichter wird es sich später in Schule und Beruf damit tun. Vorsicht ist jedoch beim Thema Internet geboten: Hier sollten Eltern ihren Nachwuchs nicht nur konsequent über Dos und Don’ts aufklären, sondern immer ein Auge darauf haben, auf welchen Webseiten sich die Kids tummeln und ob sie in Netzwerken oder Chats Profile unterhalten. Eine Internet Kindersicherung kann hier hilfreich sein.

Helen S. (40) fragt: Ich werde meinen 4-jährigen Sohn zu seinem Geburtstag mit einem Kindercomputer überraschen. Wie zeige ich dem Kind den richtigen Umgang mit dem Gerät?

Der Computer-Experte: Ganz wichtig ist es, dass Sie Ihr Kind nicht mit dem Computer allein lassen. Dies gilt vor allem für Kinder, die ganz offensichtlich sehr interessiert am PC sind, und am liebsten den ganzen Nachmittag davor verbringen würden. Vor allem, wenn das Kind später einen Internetzugang haben sollte, gilt: Begleiten Sie Ihr Kind am besten immer auf seiner Reise in die virtuelle Welt oder spielen Sie gemeinsam mit ihm ein Spiel am PC. Bestehen Sie unbedingt darauf, dass die von Ihnen markierten Grenzen eingehalten werden, indem Sie dem Kind Verbote nicht nur freundlich erklären, sondern auch Alternativen aufzeigen. Dies gilt nicht nur bezüglich der Auswahl von Webseiten und Spielen, sondern auch im Hinblick auf die Zeit, die täglich am Computer verbracht wird. Eltern, die sich selber nicht für Computer interessieren und daher nur wenig Hilfe anbieten können, sollten über einen Computerkurs für Kinder nachdenken.

Björn G. (32) fragt: Wie lange darf ein Kind eigentlich täglich an den Computer?

Der Computer-Experte: Eine Standardantwort gibt es auf diese Frage nicht. Manche Eltern halten es so, dass sie ihr Kind selbst entscheiden lassen, wie viel Zeit es am PC verbringt. Dabei handelt es sich in der Regel um Familien, die auch unter der Woche sehr viel miteinander unternehmen, sodass dem Kind so viel Abwechslung geboten wird, dass der Kindercomputer ohnehin keine übermäßig große Rolle spielt. Andere Eltern setzen dem Nachwuchs, der auf den täglichen Umgang mit dem Computer nicht verzichten möchte, bei rund 30 Minuten ein Limit – in dem Wissen, dass ihre Kinder jeden Tag ja auch noch Zeit vor dem TV-Gerät verbringen möchten. Wurde der Kindercomputer an manchen Tagen der Woche gar nicht genutzt oder ist das Wetter durchgehend schlecht, drücken viele Erziehungsberechtigte ein Auge zu.

Henrike Sch. (49) fragt: Was können die Kids mit einem Kindercomputer lernen? Handelt es sich dabei nicht bloß um eine eine Art aufgemotztes aber sinnentleertes Spielzeug?

Der Computer-Experte: Je nachdem, für welches Alter der Kindercomputer entwickelt wurde, werden unterschiedliche Lernschwerpunkte gesetzt. Die motorischen Fähigkeiten von Kindergartenkindern werden beim Drücken von Tastenkombinationen ebenso gefördert wie die Reaktionsschnelligkeit. Lernspiele bilden die geistigen Fähigkeiten weiter aus, indem sie dem Kind Farben und Formen näher bringen und die Sprachentwicklung anregen. Auf den Computern für Grundschulkinder sind oft Programme installiert, die Rechenaufgaben und Übungen zur Rechtschreibung in verschiedenen Schwierigkeitsstufen wiedergeben. Auch lustige Quizspiele, in denen das Allgemeinwissen getestet wird, sind üblich. Manche Geräte verfügen über Software, mit der die kreative Seite der Arbeit am Bildschirm gefördert wird. Und natürlich: Computerspiele sind auch zur Unterhaltung da. Kinderspiele online sowie Lernspiele sollen in letzter Instanz vor allem Freude machen!

Jette und Pascal Z. (beide 35) fragen: Unsere fast 6-jährige Tochter zeigt rein gar kein Interesse an einem Computer. Was können wir tun?

Der Computer-Experte: Bewerten Sie das Desinteresse keineswegs über. Jedes Kind ist anders und hat daher andere Interessen. Die beste Lösung ist, dass Sie sich einen Nachmittag Zeit nehmen, um Ihrem Kind eine kurze und kindgerechte Einführung in das Thema Computer zu geben. Zeigen Sie Ihren Sohn oder Ihrer Tochter, was mit dem Computer vom Bildermalen bis hin zum Musikmachen alles möglich ist und geben Sie bereitwillig Hilfestellung, wenn sich Schwierigkeiten – zum Beispiel im Umgang mit der Maus – auftun. Ist das Kind interessiert, so wird es von ganz allein wieder auf Sie zukommen und Sie bitten, eine weitere gemeinsame Computer-Session abzuhalten. Besteht weiterhin kein Interesse, so zwingen Sie das Kind nicht! In Kindergarten oder Grundschule wird der Umgang mit dem PC oft auch schon geübt – und zwar so, dass auch Kinder ohne Vorerfahrung mühelos mithalten können.

Ulf (39) fragt: Wo finde ich die besten Kindercomputer zu möglichst günstigen Preisen?

Der Computer-Experte: Kindercomputer und passende Software für Kinder kann man bei spezialisierten Herstellern online bestellen oder im Fachgeschäft für Spielzeug kaufen. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob sich Ihr Kind für einen Computer interessiert, so streifen Sie mit ihm doch einmal wie zufällig durch die Abteilung für Lerncomputer und beobachten Sie sein Verhalten. Ist es interessiert, so probieren Sie mit dem Kind zusammen ein paar Geräte aus und prüfen Sie diese persönlich auf ihren pädagogischen Gehalt. Mache Kindercomputer punkten nämlich allein durch die für Kinder überaus attraktive Aufmachung, auch wenn sie von einem renommierten Hersteller stammen. Soll der Kindercomputer eine Überraschung sein, so können Sie beispielsweise ein gut erhaltenes Gerät gebraucht ersteigern. Eltern, die festgestellt haben, dass ihre Kinder den geschenkten PC kaum nutzen, versuchen, das neuwertige Spielzeug auf Auktionsbörsen wieder zu verkaufen. Auch für ältere Kinder, die vom Kindercomputer auf einen herkömmlichen PC umsteigen, ist ein generalüberholtes Modell aus zweiter Hand die beste Wahl.

Dilan A. (37) fragt: Wie schütze ich meine 12-jährige Tochter vor Cybermobbing bzw. was kann sie selbst tun?

Der Computer-Experte: Leider ist Cybermobbing heute kein Einzelfall mehr. Laut einer Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung sind am häufigsten Mädchen betroffen, die von männlichen Klassenkameraden in der Mittel- und Oberstufe via Internet oder Handy beleidigt werden. Immer mehr Heranwachsende haben jedoch früher oder später mit diesem Problem zu tun, sei es als Opfer, Täter oder Opfer-Täter. Der Spielraum der Agressoren ist bei dieser Art des Mobbings größer als beim Mobben in der realen Welt, weil im virtuellen Raum keine Kontrollinstanzen existieren und weil viele Mütter und Väter die wachsende Gefahr noch nicht erkannt haben. Zudem ist das Opfer über Handy und Computer im Grunde rund um die Uhr erreichbar. Eltern müssen sich das Problem im vollen Umfang vergegenwärtigen und ihre Kinder schon möglichst früh für dieses Thema sensibilisieren. Eine zuverlässige Schutzmaßnahme gibt es nicht, wohl aber Anlaufstellen, die kompetente Hilfe bei Cybermobbing anbieten.

Manuel (42) fragt: Womit sollte ich meine Kinder zuerst ausstatten: Mit einem kindgerechten Handy oder einem Computer?

Der Computer-Experte: Einen speziellen Kindercomputer können die Kids schon im Kindergartenalter nutzen, während die Bedienung eines Mobiltelefons in dieser Entwicklungsstufe oft noch zu komplex ist. Ein Einsteigermodell oder besonderes Kinder Handy verschenken viele Eltern ab der Einschulung, damit der Nachwuchs bei seinem ersten Schritt in die Selbstständigkeit immer die Verbindung nach Hause halten kann und die Eltern sich umgekehrt immer über den Aufenthaltsort – vor allem, wenn  nach der Schule die neuen Freunde besucht werden – von Sohn oder Tochter informieren können.